Das dänische Dezernat Q für ungelöste Fälle hat ein großes Problem: Ihr Chef, Kriminalkommissar Carl Mörck wurde wegen des Verdachts auf Mord, Drogenhandel und Korruption verhaftet und ins Gefängnis gesperrt. Dort wartet er auf eine schnelle Entlassung, denn er hat sich nichts zuschulden kommen lassen, außer, dass er den Koffer eines verstorbenen Kollegen auf dem Dachboden aufbewahrt hat.
Die Mithäftlinge starren ihn bedrohlich an – sie trachten ihm nach dem Leben, denn er hat bei vielen dafür gesorgt, dass sie im Gefängnis gelandet sind. Als auch noch Mörcks Anwalt kaltblütig auf dem Bürgersteig überfahren wird, bekommt Mörck es mit der Angst zu tun. Er hofft, dass sein Team Beweise findet, um zu bestätigen, dass seine Verhaftung und die Anschuldigungen unbegründet sind. Erschwerend kommt hinzu, dass die unabhängige Polizeiklagebehörde DUP jede andere Ermittlung ausdrücklich verboten hat.
Jussi Adler Olsen hat mit „Verraten“, dem zehnten und letzten Band der Sonderdezernat-Q-Reihe, einen spannenden Krimi geschrieben. Wer die Ermittler kennt und mag, wird einige Déjà-vu-Effekte bemerken, aber das tut der Spannung keinen Abbruch.
Jussi Adler Olsen: „Verraten“, dtv, München 2024, gebunden, 608 Seiten, 26 Euro

