Verdacht der Korruption
Kiew – Laut einem Bericht der Online-Zeitung „Ukrajinska Prawda“ litt die bisherige Verteidigung von Charkiw gegen die russischen Invasoren darunter, dass etliche Befestigungsanlagen zwar in Auftrag gegeben und auch bezahlt, aber nie gebaut worden sind. Ein erheblicher Teil der von der regionalen Militärverwaltung zur Verfügung gestellten sieben Milliarden Hrywnja (über 160 Millionen Euro) sei ohne jede Ausschreibung an Scheinfirmen geflossen, die sich beispielsweise dazu verpflichteten, Holz für Unterstände zu liefern, aber das Geld unterschlugen. Zu diesen Unternehmen gehörten der „Ukrajinska Prawda“ zufolge Hertz Industry und Satisbud, als deren Gründer die Geschäftsfrauen Victoria Smolyak und Natalia Koval auftraten. Außerdem soll Igor Chaus nur drei Monate nach seiner Registrierung als Einzelunternehmer Millionenverträge mit der Militärverwaltung über Holzlieferungen abgeschlossen haben.W.K.
Vorhersage „nicht perfekt“
Sydney – Der gewaltige Ausbruch des pazifischen Unterwasservulkans Hunga Tonga-Hunga Ha’apai im Januar 2022 könnte bis ins Jahr 2030 hinein Auswirkungen auf das globale Wetter haben. Das geht aus einer Studie australischer Wissenschaftler um den Klimaforscher Martin Jucker von der University of New South Wales hervor. Da der höchste Punkt des Vulkans 150 Meter unter dem Meeresspiegel lag, wurde bei der Eruption vor allem Wasserdampf in die Hochatmosphäre geschleudert, der zum einen der Ozonschicht schadet und zum anderen die Luftströmungen beeinflusst. Jucker und dessen Kollegen nehmen an, dass die Winter in der Nordhälfte Australiens deshalb in den nächsten Jahren kälter und feuchter ausfallen. Währenddessen sei für Nordamerika mit dem Gegenteil zu rechnen. Auch in Europa könne es zu strengeren Wintern kommen, was vor allem für Skandinavien gelte. Allerdings bezeichnen die Forscher ihr Vorhersagemodell als „nicht perfekt“.W.K.
Wieder mehr russisches Gas
London – Laut ICIS, dem Preis-Informationsdienst für den Handel mit chemischen Produkten und Energie, bezieht Europa wieder mehr Gas aus Russland. Im vergangenen Monat erreichten demnach per Pipeline oder als Flüssiggas (LNG) geliefertes Gas aus Russland einen Marktanteil von 15 Prozent in Europa, während der aus den USA auf 14 Prozent kam. Zwar sei es den EU-Staaten gelungen, sich weniger abhängig von russischen Lieferungen zu machen, indem mehr Gas aus Norwegen und den USA bezogen wurde, allerdings stieg die Bedeutung der russischen Lieferungen seit Jahresbeginn wieder leicht, aber kontinuierlich. Als ein Grund wird der Ausfall eines LNG-Terminals in den USA angegeben, den Rückgang sehen ICIS-Experten daher als vorübergehend. Mit einem Anteil von knapp 30 Prozent ist Norwegen derzeit der wichtigste Gaslieferant für Europa.MRK

