Es ist gleich ein doppelter Geburtstag: In diesem Jahr jährt sich die Einweihung des Stettiner Konzerthauses zum 140. Mal
– und die Einweihung der Philharmonie in ihren neuen Räumlichkeiten zum zehnten Mal. Die musikalische Tradition der Vorkriegszeit wird in Stettin mit Erfolg fortgesetzt.
Das einstige Konzerthaus in der Augustastraße wurde von dem Berliner Architekten Franz Schwechten erbaut. Die Grundsteinlegung erfolgte am 2. Mai 1883 und die Einweihung am 18. Oktober 1884. Im Erdgeschoss des Gebäudes gab es ein exklusives Restaurant und ein Wiener Café sowie im ersten Stock den großen und kleinen Konzertsaal. Außerdem Räume, die für Kunstausstellungen, wissenschaftliche Vorträge und weitere Anlässe genutzt wurden. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zwar stark beschädigt, die Fassade blieb jedoch erhalten. Leider entschied man sich 1962 für einen Abriss.
Die Philharmonie in Stettin wurde 1948 gegründet und erhielt ihren Namen nach Mieczysław Karłowicz. Die Philharmoniker traten bis 2014 im Rathaus Stettin auf. Im April 2011 begann der Bau des neuen fünfgeschossigen Gebäudes auf dem Platz des Konzerthauses mit zwei Konzertsälen (953 und 192 Plätze), auf der Bühne ist Raum für 120 Musiker und 110 Sänger. Am 14. September 2014 wurde die neue Philharmonie feierlich eingeweiht. Das außergewöhnliche Gebäude wurde 2014 mit dem Mies-van-der-Rohe-Preis für „Herausragende europäische Architektur“ ausgezeichnet.
Foto: Zwei Jubiläen: Das Konzerthaus einst (l.) und die 2014 eingeweihte Philharmonie

