Danzig im Jahr 1862. Johanna Forster setzt sich mit allen Kräften für den Fortschritt ihrer jungen Werft an der Weichsel außerhalb der Stadt ein. Gemeinsam mit ihrem Mann Berthold, der bisher in seiner bescheidenen Werkstatt nur kleine Boote gebaut und repariert hatte, und dessen Sohn aus erster Ehe, Pawel strebt, die Tochter einer angesehenen Danziger Reederfamilie den Bau einer modernen Werft auf einem Grundstück an, das sie von ihrem Vater geerbt hat.
Vor ihr liegt ein steiniger Weg. Ihr Mann erleidet einen Schlaganfall, und mit dem hitzköpfigen Pawel gilt es, zahlreiche Konflikte auszufechten. Dazu ist das Geld knapp, da die Aufträge noch spärlich eingehen. Zu allem Unglück macht ihr älterer Bruder Theodor Berend ihr das Leben schwer, indem er seine geschäftlichen Beziehungen spielen lässt, um seine verhasste Schwester zu vernichten. Im Gegensatz zu Theodor ist Johanna mit ihrer ehrlichen und offenen Art allseits beliebt, was ihr am Ende hilft, die Angriffe des Bruders abzuwehren.
Im zweiten Band der Familiensaga „Danzig. Zeiten des Sturms“ schildert Hilke Sellnick spannend und mitreißend den Fortgang der Geschichte um Johanna Forster sowie deren Brüder Theodor und Ernst Berend mit ihren jeweiligen Liebesdramen vor dem Zeitkolorit des 19. Jahrhunderts. Der dritte Band „Danzig. Jahre der Freiheit“ soll im Juni 2025 erscheinen. Er darf mit Spannung erwartet werden.MRK
Hilke Sellnick: „Danzig. Zeiten des Sturms“, Penguin Verlag, München 2024, Taschenbuch, 560 Seiten, 16 Euro

