25.01.2026

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Folge 26-24 vom 28. Juni 2024 / Stimmen zur Zeit

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 26-24 vom 28. Juni 2024

Stimmen zur Zeit

Der Publizist Jan Fleischhauer befasst sich in seiner „Focus“-Kolumne (22. Juni) damit, dass bei der Europawahl die Jugend nicht mehr vorzugsweise grün wählte, sondern die AfD, und kommt zu der Erkenntnis:


„Für die AfD stimmen ist der Punk von heute. Früher hat man sich den Kopf kahl geschoren und Sicherheitsnadeln in die Backe gerammt, heute steckt man der Gesellschaft den Zeigefinger entgegen, in dem man rechts wählt. Ich weiß, ich weiß, die AfD steht für lauter schlimme Sachen. Aber Hand aufs Herz: Mit Sid Vicious (einem ehemaligen Punk-Rocker und zwischenzeitigem Mitglied der Band ,Sex Pistols‘ – die Redaktion) als Kanzler wären wir nicht viel besser gefahren als mit Alice Weidel.“







Das Portal „Tichys Einblick“ widmet sich in einem Kommentar (23. Juni) der Aussage der Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik „Gewalt in Berlin ist jung, männlich und nicht-deutsch“  und schreibt:


„Wenn die oberste Polizistin der Bundeshauptstadt mit offensichtlicher Zustimmung von CDU und SPD jetzt so eindeutig die wichtigste Tätergruppe für Alltagsgewalt auf unseren Straßen identifiziert, deutet das darauf hin, dass mindestens auf Länderebene Christ- und Sozialdemokraten übereinstimmend erkannt haben: Die Vogel-Strauß-Taktik, sich vor Ausländerkriminalität einfach wegzuducken, führt ins politische Nichts. Das mag daran liegen, dass so viele Migranten ins Land kommen. Von denen sind überdurchschnittlich viele gewalttätig, gerade auch mit Messern. (Für den Verfassungsschutz und seinen fürchterlichen Präsidenten Thomas Haldenwang ist an dieser Stelle vielleicht der Hinweis hilfreich: Das ist Statistik und nicht Rassismus.) Da lässt sich einfach nichts mehr klein- und schönreden. Bloßes Leugnen stößt nun erkennbar an seine Grenzen.“







Die Schriftstellerin Julie Zeh antwortete im Interview mit der „Welt“ (23. Juni) auf die Frage, ob Politik keinen Bock mehr auf den Bürger habe:


„Merkel war ein Vorläufer davon, zu sagen, wir hier oben machen sinnvolle Dinge, und ihr da draußen kümmert euch um euren eigenen Kram. Wenn man die Bürger für kleine Kinder hält, wird Politik zu Pädagogik. Entweder schwarze Pädagogik, indem man Leute mit schrecklichen Szenarien einschüchtert, damit sie mitgehen. Oder eine Form von Nudging, indem man manipulativ auf Bürger einwirkt, um sie zu bestimmtem Verhalten zu bringen. Die Grundidee von Demokratie ist aber der mündige Bürger. Das Volk ist der Souverän. Wenn man glaubt, dass das Volk nur aus Idioten besteht, macht Demokratie keinen Sinn. Als Demokrat musst du das Wagnis eingehen, Leute für kompetent zu halten. Ein Politiker ist ein Volksvertreter und kein Erklär-Bär.“